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125 Jahre 1. Mai – und es wird nicht leichter

125 Jahre 1. Mai – und es wird nicht leichter

Viele nutzen den 1. Mai heute als freien Tag für die Familie oder ruhen sich von dem Tanz in den Mai aus. Dem eigentlichen Anlass als „Tag der Arbeit“ weiß kaum jemand Bedeutung zu geben. Wenn ihr euch an die Geschichte des 1. Mai erinnert, sollte dieser Tag für jeden Arbeitnehmer mehr sein als nur ein zusätzlicher freier Tag. Seit 125 Jahren gehen Kolleginnen und Kollegen aus allen Gewerken an diesem Tag für ihre Rechte auf die Straße. Bei der ersten Demonstration im Jahr 1880 beteiligten sich 100 000 Menschen in Deutschland. Dies war ihnen sogar so wichtig, dass sie riskierten, verhaftet oder verletzt zu werden. Im Laufe der Geschichte wurden Gewerkschafter immer wieder diffamiert, bedroht und sogar umgebracht. Gerade in den 12 Jahren des Faschismus in Deutschland, dessen Ende sich dieses Jahr am 8. Mai zum 70. Mal jährt. In Deutschland können wir heute weitgehend unbehelligt unsere Forderungen in die Öffentlichkeit tragen. Das ist eine Errungenschaft! In den 125 Jahren hat die Arbeitnehmerbewegung darüber hinaus eine Vielzahl von Verbesserungen durchgesetzt. Von diesen 125 Jahren sind der ZDS und seine Mitglieder 107 Jahre aktiv für die Rechte der Schornsteinfeger eingestanden und haben diese gegen teils enorme Widerstände durchgesetzt. Tatsächlich war der Zusammenhalt der Mitglieder in den Gewerkschaften in über einem Jahrhundert so erfolgreich, dass manch einer glaubt, diese Rechte wären selbstverständlich in unserer heutigen Gesellschaft. Immer wieder erzählen uns Kolleginnen und Kollegen im direkten Dialog, dass heutzutage Gewerkschaften überflüssig seien, sie ein super Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber
hätten und sich die Leistungen selbst erarbeiteten. Richtig ist sicher, dass diese Kolleginnen und Kollegen hart für ihren Lohn arbeiten. Leider vergessen sie dabei, dass sie als Einzelne wohl kaum zum Beispiel 30 bzw. 32 Tage Urlaub hätten, eine Jahressonderzahlung oder eine zusätzliche Altersvorsorge in der Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks. Diese Leistungen mussten sich unsere Kollegen und Vorgänger in den 107 Jahren erarbeiten, wenn nicht sogar teilweise erkämpfen. Der
momentane Fachkräftemangel ist an sich eine sehr bequeme Situation für die Beschäftigten im Handwerk des Schornsteinfegers. Die Arbeitgeber überschlagen sich mit übertariflichen Lohnangeboten und es werden sogar Prämien bezahlt, wenn man sich mindestens ein Jahr an einen Betrieb bindet. Dieser Fachkräftemangel ist jedoch nur eine Momentaufnahme, ebenso wie die zum Teil aktuelle Freizügigkeit der Arbeitgeber. Soziale Absicherung und ein guter Lohn können und dürfen keine Momentaufnahme sein! Schon alleine dafür braucht es die Gewerkschaften. Der ZDS wird, wie seit 107 Jahren, den Widerstand gegen die immer wiederkehrenden Versuche, die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Schornsteinfegerhandwerk zu beschneiden, organisieren. Schaut euch nur die Forderungen der Arbeitgeber während der letzten Tarifverhandlung an, wie z.B. den Urlaub um 6 Tage zu kürzen. Zusätzlich sehen wir als ZDS wöchentlich die Summe und Inhalte der Arbeitsrechtsstreitigkeiten, die in letzter Zeit zu bearbeiten sind. In Anbetracht unserer Gemeinschaft und unserer Geschichte hat der ein oder andere von euch vielleicht zukünftig doch Lust zu einer Veranstaltung am 1. Mai zu gehen.

Euer/ihr
Mathias Kazek
Regionalsekretär
Süd-West



Letzte Änderung am Donnerstag, 14. Mai 2015 um 11:43:27 Uhr.